Gut essen in Reutlingen
Zwischen zwei Häuserwänden zwängt sich die Spreuerhofstraße, mit gut dreißig Zentimetern die schmalste Straße der Welt - ein treffendes Bild für Reutlingen, wo es ein wenig enger und schwäbischer zugeht als anderswo. Die Restaurants in Reutlingen kochen, was die Schwäbische Alb hergibt: Maultaschen, die der Überlieferung nach in der Fastenzeit das Fleisch vor Gott verstecken sollten, dazu Linsen mit Spätzle und Saitenwürstle. Am Fuß der Achalm, dem Hausberg der Stadt, reifen an steilen Hängen die Trauben für den württembergischen Trollinger.
Rund um den Marktplatz mit der Marienkirche reihen sich Weinstuben und kleine Restaurants in Reutlingen, in denen Kehrwoche und Genuss keine Gegensätze sind. Wer es feiner mag, ist im nahen Tübingen in einer knappen Viertelstunde. Am liebsten aber isst der Reutlinger deftig, und so führen die Restaurants in Reutlingen bis heute Kutteln und saure Nierle, wie sie kaum anderswo noch selbstverständlich sind.

